Achtbeinige Kreaturen

Echte Radnetzspinnen


Gartenkreuzspinne

(Araneus diadematus)

Der Entwicklungszyklus dieser Kreatur ist zweijährig (manchmal auch dreijährig). Das Weibchen baut im Herbst mehrere Kokons, die sie an geschützten Orten in der Vegetation in einem Gespinst anbringt (bei uns im Staudensellerie). Die Jungspinnen schlüpfen im Mai und verbleiben bis zur ersten Häutung in der unmittelbaren Nähe des Kokons, um sich anschließend zu zerstreuen und eigene Radnetze zu bauen. Die Jungspinnen überwintern, um dann im nächsten Sommer erwachsen zu werden.

Auftreten: ungefährdet, sehr häufig
Größe:

♀︎ max. 18 mm

♂︎ max. 10 mm
Lebensraum: Gärten, Wälder, Wiesen
Herkunft: heimisch in Europa, Nordamerika
Nahrung: Insektenfresser
Phänologie: April - Oktober (♀︎ auch oft länger)

08.05.2024
08.05.2024

Diese Kreaturen leben solitär. Nur die ♀︎ bauen Spinnennetze, während die ♂︎ nach Erreichen der Geschlechtsreife kein Netz mehr bauen, sondern umherstreifen. Das ♀︎ sitzt entweder in der Mitte ihres Radnetzes oder versteckt in einer der oberen Ecken des Netzes. Von dort aus ist sie über einen Signalfaden mit dem Netz verbunden. Insekten, die sich im Netz verheddern, registriert sie deshalb sofort.

♂︎ 17.08.2024
♂︎ 17.08.2024

Merkmale

Der Name diese Kreatur leitet sich von dem hellen Kreuz auf dem Hinterleib ab. Die Flecken befinden sich auf der oberen Seite des Hinterleibs und setzen sich aus vier länglichen und einem kleinen, kreisförmigen Fleck in der Mitte zusammen. Die Grundfarbe der Spinne ist sehr variabel. Sie kann ihre Färbung an die Helligkeit ihrer Umgebung anpassen und dient der Tarnung. Die Beine sind hell- und dunkelbraun geringelt und mit vielen kurzen Stacheln besetzt. Besonderes Merkmal der Kreuzspinnen ist ihr meisterhaft gewebtes Radnetz (s.u.).

♀︎ 25.08.2024
♀︎ 25.08.2024

Giftig?

Das Gift der Kreuzspinne, das aus verschiedenen Eiweißstoffen besteht, ist für den Menschen nicht gefährlich. Die vorne am Kopf sitzenden Giftklauen sind kurz und können die menschliche Haut kaum durchdringen. Wenn dies doch einmal klappt (etwa bei Kindern), juckt die Haut und der Biss ähnelt dem eines Mückenstichs. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich, solange man nicht allergisch reagiert.

♀︎ 25.08.2024
♀︎ 25.08.2024

Beute:

Auf dem Speiseplan dieser Kreaturen stehen vor allem Insekten wie Wespen, Fliegen, Bienen oder Schmetterlinge, die sich im Spinnenetz verfangen. Wenn sich ein solches Beutetier im Netz verfangen hat und zappelt, gelangen die Erschütterungen über einen Signalfaden zur Spinne. Über einen Biss der Klauenkiefer gibt diese Kreatur ein giftiges Sekret in das gefangene Insekt ab: Das Beutetier wird gelähmt und mit einem Sekretband eingewickelt. Durch Verdauungsenzyme im Sekret der Spinne wird außerdem das Innere des Beuteinsekts verdaut, sodass die Spinne die Nahrung schließlich einsaugen kann.

♀︎ 26.08.2024

♀︎ 22.09.2024


♀︎ 18.07.2025
♀︎ 18.07.2025

Gewöhnliche Kürbisspinne

(Araniella cucurbitina)

Diese Kreatur ist nicht größer als eine Erbse. Sie webt ein kleines, meist schräg bis senkrecht ausgespanntes Netz in geringer Höhe. Aufgrund ihrer Tarnfärbung ist sie nicht auf ein Versteck angewiesen und sitzt tagsüber meist bauchoben unter der Nabe des Netzes, wo sie nicht leicht zu entdecken ist. Aufgrund ihrer überwiegend grüngefärbten Bauchseite ist sie gut getarnt und kann so anfliegende Insekten leicht erbeuten.

Auftreten:

eine der häufigsten einheimischen Spinnenarten

ungefährdet, sehr häufig

Größe:

♀︎ max. 8,5 mm

♂︎ max. 4,5 mm
Lebensraum: Nadelwälder, Waldränder, in Gebüschen und Hecken
Herkunft: heimisch in Eurasien
Nahrung: Fluginsekten
Phänologie: April - September

♀︎ 13.06.2024
♀︎ 13.06.2024

Merkmale:

Der Name dieser Kreatur verweist auf den glänzenden, gelblich-grünen, an einen Kürbis erinnernden Hinterleib. Die ♀︎ und die nicht erwachsenen ♂︎ haben einen knallgelben / -grünen Hinterleib mit 4 zentralen, schwarzen Punkten sowie je einer Punktreihe entlang des Körperrandes und einen roten Fleck hinter den Spinnwarzen (nur ganz schwach auf dem Bild oben erkennbar). Das ♂︎ weist einen schwarzen Seitenstreifen am Hinterleib auf und wechselt mit der letzten Häutung die Erscheinung grundlegend. Die Beine werden knallrot. Wenn die Geschlechter einer Art derart unterschiedlich aussehen, spricht man von Geschlechtsdimorphismus.

♀︎ 14.05.2024
♀︎ 14.05.2024
♀︎ 05.05.2024
♀︎ 05.05.2024

Streifenkreuzspinne

Diese Kreatur baut in der Regel ein bodennahes Radnetz in der niedrigen Vegetation. Die sehr feinmaschigen, kleinen Netze besitzen etwa 60 Radien und 50 - 60 Umgänge. Die Spinne ist gewöhnlich an der Unterseite der Nabe ihres meist stark geneigten, fast waagerechten Fangnetzes zu finden. Bei uns versteckt sie sich allerdings auf einem Blatt der Pimpinelle neben ihrem Netz.

Auftreten: ungefährdet, sehr häufig
Größe:

max. 6 mm

max. 3,5 mm
Lebensraum: in der Krautschicht offener, warmer und grasreicher Bereiche
Herkunft: heimisch in Eurasien und Nordafrika
Nahrung: Insekten

14.05.2024
14.05.2024

Spaltenkreuzspinne

Tagsüber versteckt sie sich diese Kreatur unter loser Baumrinde oder in Spalten (daher der Name) an Gebäuden und auch in Mauerritzen. Bei uns im Garten findet man sie tagsüber zuverlässig und dauerhaft unter dem Deckel unserer Bienenbeute. Nach Einbruch der Dunkelheit sitzt sie im Zentrum ihres Netzes. Dies ist mit 70 cm vergleichsweise groß, damit sich auch größere Nachtfalterarten hier verfangen.

 

Spinne des Jahres 2017!

Auftreten: ungefährdet, sehr häufig
Größe:

♀︎ max. 16 mm

♂︎ max. 10 mm
Lebensraum: lichte Laub- und Mischwälder
Herkunft: heimisch in Europa, Westasien, Nordafrika
Nahrung: Insekten

12.05.2024
12.05.2024